AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

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AlOlaf
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Thu Jan 03, 2019 4:15 pm

Axon wrote:I imagine you could contact your Danish tutor and work out some system in which these files and PDFs could be made public in some way. Whether that involves money changing hands or not, from your description of the classes and the files they are likely to be helpful to many other learners around the world.

I have no doubt the files and PDFs would be helpful to other learners, but being copyrighted material and an integral part of my tutor’s livelihood, I’m quite certain she wouldn’t want to give them away. I think the big question would be whether enough demand exists to make it worthwhile for her to set up and maintain some kind of distribution system.
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AlOlaf
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Wed Jan 16, 2019 4:07 am

Ich fühle mich gespalten, in meinem Innern brodelt es. Nachdem ich mich eine Zeitlang Dänisch gewidmet habe, spüre ich jetzt wieder die Anziehungskraft der deutschen Sprache, und zwar heftig. Im Moment würde ich am liebsten alles einsetzen, um meine Deutschkenntnisse zu verbessern, aber aus Erfahrung weiß ich, dass eine solche einseitige Bemühung auf Dauer nicht mehr möglich ist.

Ich habe mich verändert. Ursprünglich war Deutsch meine einzige Fremdsprache, die ich jahrelang zielstrebig lernte. Trotz aller Schwierigkeiten war ich glücklich und zufrieden, denn das, worauf ich hinarbeitete, war alles, was ich wollte. Dann, vor etwa sechs Jahren, entdeckte ich Dänisch und wurde sofort in seinen Bann gezogen. Inzwischen habe ich mehrmals den Versuch gemacht, diese reizvolle und doch tückische skandinavische Sprache loszulassen, denn das würde mein Leben leichter machen und es mir ermöglichen, wieder ausschließlich an Deutsch arbeiten zu können. Doch sämtliche Versuche sind kläglich gescheitert und ich muss mir endlich eingestehen, dass ich nicht mehr imstande bin, auf Dänisch zu verzichten.

Mittlerweile ist ein ewiges Hin und Her entstanden: Ein paar Monate intensiv Dänisch lernen bis zum Burnout, dann zu Deutsch wechseln, ein paar Monate lernen bis zum Gehtnichtmehr, dann zurück zu Dänisch und so weiter und so weiter.

Dieser Ansatz ist lächerlich. Bei jedem Wechsel muss die vernachlässigte Sprache abgestaubt und das Versäumte nachgeholt werden. Wäre es nicht viel besser, wenn ich, wie manche erfolgreichen Sprachlerner, meine Zeit dazwischen aufteilte? Na klar, wenn nur mein Gehirn so was zulassen würde. Leider gefällt es dem komischen Ding nicht, mehr als eine Sache auf der Tagesordnung zu haben.

Was tun? Mir wurde vorgeschlagen, die Sprachen in verschiedenen getrennten Bereichen zu lernen, denn dieser Trick soll ein zwanghaftes Gehirn reinlegen. Ich werde es auf jeden Fall ausprobieren. Ab heute lerne ich Dänisch nur im Auto (unterwegs und in der Mittagspause), Deutsch lerne ich hingegen überall sonst. Mal sehen, ob es klappt.

Als Teil meiner neuentdeckten Begeisterung für Deutsch, lese ich gerade ein anspruchsvolles Buch voller Schachtelsätze. Eines weiß ich: Nachschlagen beim Lesen macht keinen Spaß. Um dies zu vermeiden, habe ich etwas Neues unternommen: Ich habe mir eine englische Übersetzung des Buches angeschafft. Es hat sich herausgestellt, dass wenn ich zuerst ein Kapitel oder zwei in Englisch lese, fällt es mir nicht schwer, den entsprechenden deutschen Text ohne Wörterbuch zu verstehen. Auch eine dänische Übersetzung ist für eine spätere Verwertung schon bereitgestellt worden.
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Tue Jan 29, 2019 3:36 am

AlOlaf wrote:Ab heute lerne ich Dänisch nur im Auto (unterwegs und in der Mittagspause), Deutsch lerne ich hingegen überall sonst. Mal sehen, ob es klappt.
Fehlanzeige. Deutsch schon im Auto gelernt, Dänisch zu Hause, großes Durcheinander, von Selbstdisziplin keine Spur.


Aus diesem Ergebnis würde man vielleicht schließen, dass Ordnung und Konsequenz in meinem Lernstil nichts zu suchen haben. Das ist nicht wahr. Ich habe gar keinen Lernstil.

Ich komme mir vor wie ein Baby, das mit zwei kleinen Gummibällen auf einem niedrigen Tisch spielt. Das Baby greift nach einem der Bälle, steckt ihn in den Mund und glücklich sabbert das Ding voll. Aber dann zieht der zweite Ball sein Auge an, worauf es den ersten zu Boden fallen lässt und den zweiten in den Mund steckt. Dieser wird sofort ebenso ausgespuckt und fallen gelassen, als das Baby den ersten Ball rollend auf dem Boden entdeckt. Da bemerkt das Kleinkind, dass nun beide Bälle auf dem Boden weg rollen, also krabbelt es sie hinterher. Seine unentwickelte Motorik erschwert zwar seine Bemühungen, dennoch schnappt es schließlich einen Ball, dann den anderen, stopft beide in den Mund und fängt an, blau anzulaufen. Später, nachdem es von Rettungsleuten wiederbelebt werden musste, denkt das Baby immer noch an die Bälle. Man würde erwarten, dass es seine Lektion gelernt hat, aber es macht einfach weiter und tut immer wieder das Gleiche.

Naja, wenn das ein Lernstil ist, vielleicht habe ich doch einen.
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Sat Feb 09, 2019 12:39 am

Ich finde es erstaunlich, wie schnell deutsche Muttersprachler das vordere “ch” aussprechen. Wörter wie “ich”, “sich“ und “nicht” würde ich auch gern maschinengewehrartig hervorbringen können, aber ich schaffe ich es einfach nicht.

Ist eine geheimnisvolle Mundhaltung dafür erforderlich, die nur ungern an Ausländer preisgegeben und in keinem Lehrbuch der deutschen Phonetik erwähnt wird? Entwickeln sich die Artikulationsorgane deutscher Muttersprachler auf besondere Weise als Folge davon, dass sie die Sprache vom Säuglingsalter an sprechen? Suche ich nach einem Grund, aufzugeben statt weiter zu üben?
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby Kat » Wed Feb 13, 2019 9:46 pm

AlOlaf wrote:Ich finde es erstaunlich, wie schnell deutsche Muttersprachler das vordere “ch” aussprechen. Wörter wie “ich”, “sich“ und “nicht” würde ich auch gern maschinengewehrartig hervorbringen können, aber ich schaffe ich es einfach nicht.

Ist eine geheimnisvolle Mundhaltung dafür erforderlich, die nur ungern an Ausländer preisgegeben und in keinem Lehrbuch der deutschen Phonetik erwähnt wird? Entwickeln sich die Artikulationsorgane deutscher Muttersprachler auf besondere Weise als Folge davon, dass sie die Sprache vom Säuglingsalter an sprechen? Suche ich nach einem Grund, aufzugeben statt weiter zu üben?


Wenn du den Laut richtig aussprechen kannst und es dir nur ums Tempo geht, dann ist es sicher eine Übungsfrage. ;)

Bei mir ist es das „R“, das ich in keiner anderen Sprache so richtig hinbekomme. Aber ich bemerke, dass mir bestimmte Buchstabenkombinationen leichter fallen als andere. Beispielsweise lässt sich „re“ (rescue, remedy...) relativ einfach aussprechen, aber „ru“ (rule, root...) ist für mich ein Alptraum. Ich versuche dann, vom „R“ in einer einfacheren Buchstabenkombination den Übergang zum richtigen „R“ in einer schwierigeren Buchstabenkombination zu finden, falls das Sinn ergibt.
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AlOlaf
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Thu Feb 14, 2019 11:11 pm

Kat wrote:
AlOlaf wrote:Ich finde es erstaunlich, wie schnell deutsche Muttersprachler das vordere “ch” aussprechen. Wörter wie “ich”, “sich“ und “nicht” würde ich auch gern maschinengewehrartig hervorbringen können, aber ich schaffe ich es einfach nicht.

Ist eine geheimnisvolle Mundhaltung dafür erforderlich, die nur ungern an Ausländer preisgegeben und in keinem Lehrbuch der deutschen Phonetik erwähnt wird? Entwickeln sich die Artikulationsorgane deutscher Muttersprachler auf besondere Weise als Folge davon, dass sie die Sprache vom Säuglingsalter an sprechen? Suche ich nach einem Grund, aufzugeben statt weiter zu üben?


Wenn du den Laut richtig aussprechen kannst und es dir nur ums Tempo geht, dann ist es sicher eine Übungsfrage. ;)

Bei mir ist es das „R“, das ich in keiner anderen Sprache so richtig hinbekomme. Aber ich bemerke, dass mir bestimmte Buchstabenkombinationen leichter fallen als andere. Beispielsweise lässt sich „re“ (rescue, remedy...) relativ einfach aussprechen, aber „ru“ (rule, root...) ist für mich ein Alptraum. Ich versuche dann, vom „R“ in einer einfacheren Buchstabenkombination den Übergang zum richtigen „R“ in einer schwierigeren Buchstabenkombination zu finden, falls das Sinn ergibt.

Danke, dass du deine eigene Ausspracheschwierigkeiten mit mir geteilt hast. Es ist für mich irgendwie beruhigend zu wissen, dass ich nicht der Einzige bist.

Tempo: Darauf kommt es an. Ich würde mich sehr freuen, wenn ich eine halbwegs normale Sprechgeschwindigkeit erreichen könnte, ohne immer wieder über bestimmte Laute zu stolpern. Es ist nicht nur „ch“, aber auch das „R“ (wäre, ihre) und das „G“, wenn es schnell wiederholt werden muss (gegangen), die mir Probleme bereiten.

Ich kann diese Laute langsam aussprechen, also ich sollte sie einfach üben statt über sie zu jammern. Das wäre vernünftig. Aber wenn ich Muttersprachler höre, wie sie diese für mich schwierigen Wörter schnell, mühelos und mit der Präzision eines Skalpells artikulieren, kann ich nicht umhin zu denken, dass meine Bemühungen ein Tropfen auf den heißen Stein sind. Dann fange ich an, nach irgendeinem geheimnisvollen Trick zu suchen, der es mir ermöglichen würde, genau wie sie zu sprechen.

Ich weiß zum einen, es ist fern der Realität zu denken, dass ich jemals wie ein Muttersprachler sprechen werde, zum anderen hege ich dennoch die Hoffnung, zumindest unterbewusst. Es ist, als ob ich glaube, ich könnte dieses unerreichbare Ziel erreichen, wenn ich mich nur stark genug danach sehnen würde. Das ist ein eher unvorteilhafter und irrationaler Aspekt meiner Persönlichkeit. Noch einer: Wenn ich etwas nicht perfekt machen kann, will ich am liebsten aufgeben. Gegen diese Tendenzen muss ich ständig kämpfen.

Jedenfalls hast du mich angespornt, weiterzumachen. Danke. Jetzt gilt es, meine Selbstwirksamkeitserwartungen herunterzuschrauben und intensiv zu üben. Mit meiner Jammerei ist jetzt Schluss.
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby osoymar » Mon Feb 18, 2019 7:08 pm

Na bitte AlOlaf, du bist doch der große Künstler des Jammerns, darauf zu verzichten wäre ein ernsthafter Verlust für das Weltkulturerbe!
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Re: AlOlaf's Log (Danish/German/Norwegian)

Postby AlOlaf » Mon Feb 18, 2019 9:02 pm

osoymar wrote:Na bitte AlOlaf, du bist doch der große Künstler des Jammerns, darauf zu verzichten wäre ein ernsthafter Verlust für das Weltkulturerbe!

Ich fühle mich geehrt und bin stolz, osoymar, dass du meine Beiträge und Errungenschaften auf dem Gebiet des Jammerns nicht unbeachtet gelassen hast.
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